Berufszulassung: Ausländische Ärzte scheitern oft an Prüfungen in Deutschland – WELT

Die Hürden für die Berufszulassung für Ärzte in Deutschland sind hoch. Viele Mediziner aus Nicht-EU-Ländern, die hierzulande als Ärzte praktizieren wollen, scheinen mit den dafür nötigen Prüfungen Probleme zu haben. Ein Großteil von ihnen scheitert im ersten Anlauf an den Hürden für die Berufszulassung. Das ergibt eine Recherche des MDR Thüringen.

Die Durchfallquote bei den verpflichtenden Sprach- und Medizinprüfungen liege im ersten Versuch teilweise bei mehr als 50 Prozent, berichtete MDR Thüringen am Montag unter Berufung auf die Landesärztekammern.

Quelle: Berufszulassung: Ausländische Ärzte scheitern oft an Prüfungen in Deutschland – WELT

Unterlassene Wiederbelebungsmaßnahmen eines Arztes haben Verweis zur Folge

Der Arzt war an einer Flughafenklinik als Notfallmediziner tätig. Auf einem Flug erlitt eine Passagierin vermutlich einen Herzinfarkt. Der Mediziner, der bei seinem Eintreffen davon ausging, dass keine Überlebenschancen mehr bestünden, hatte eine Herz-Lungen-Wiederbelebung unterlassen. Die Frau verstarb. Nach den Ausführungen eines Sachverständigen hätte jedoch eine frühzeitige und möglichst ununterbrochen durchgeführte Herzdruckmassage und Beatmung oberste Priorität gehabt, um ein Überleben mit guten neurologischem Ergebnis zu sichern.
Das Verwaltungsgericht Gießen wertete diese Unterlassung als vorsätzlichen Verstoß gegen die einem Arzt obliegenden Berufspflichten. Das Verhalten des Mediziners stelle einen Verstoß gegen § 22 Hessisches Heilberufsgesetz (HeilBG) dar. Gemäß § 22 HeilBG seien die Ärzte verpflichtet, ihren Beruf gewissenhaft auszuüben und dem ihnen im Zusammenhang mit dem Beruf entgegengebrachten Vertrauen zu entsprechen. Hierzu gehöre insbesondere die Einhaltung der Regelungen zur Beraufsausübung und Berufsordnung. Die in § 1 Abs. 2 der Berufsordnung für die Ärztinnen und Ärzte in Hessen festgeschriebene Aufgabe des Arztes, das Leben zu erhalten, die Gesundheit zu schützen und wiederherzustellen sowie Leiden zu lindern, erfordere den Einsatz aller im konkreten Zeitpunkt möglichen Maßnahmen, welche grundsätzlich geeignet sind, diese Zielsetzung der ärztlichen Aufgabe zu fördern. In Bezug auf die zu erteilende Sanktion für das Fehlverhalten führte das Gericht aus, dass das ärztliche Berufsrecht als Teil des staatlichen Disziplinarrechts – anders als das Strafrecht – nicht repressiv und damit nicht tatbezogen sei. Damit ist vorrangig das Gesamtverhalten und die Persönlichkeit im Hinblick auf die sich aus dem gezeigten Verhalten des Beschuldigten ergebenden Zweifel an seiner Zuverlässigkeit im Rahmen der Berufsausübung zu würdigen. Die individuelle Pflichtenmahnung steht dabei im Vordergrund. Neben den Gewicht des Berufsvergehens ist insoweit die Prognose des künftigen Verhaltens des Beschuldigten entscheidend für die Frage, in welchem Umfang es einer pflichtenmahnenden Einwirkung bedarf, um ein berufsrechtliches Fehlverhalten künftig zu unterlassen.
In Anbetracht dessen, dass der Arzt in der Hauptverhandlung sein Fehlverhalten zugab und erklärte, dass er in dem bisher verstrichenen Zeitraum persönlich hinreichend an dem Druck der Geschehnissen gelitten habe, hielt das Gericht einen Verweis zur Ahndung der Pflichtverletzung für ausreichend.
Az.: VG Gießen 21 K 73/11.GI.B