Stoppt Dänemark “Nordstream 2”?

Die Fertigstellung der Unterwasserpipeline „Nordstream 2“ ist bereits weit vorangeschritten, dennoch könnte die unnachgiebige Haltung der dänischen Regierung das Projekt gefährden oder zumindest verzögern.

Dänemark, das dem Pipelineprojekt ablehnend gegenübersteht, hat bereits einen Streckenverlauf abgelehnt, der durch die Gewässer des dänischen Staatsgebiets verlief.

Ein alternativer Streckenverlauf, der zwischen Bornholm und polnischem Staatsgebiet verlaufen sollte, wurde vorgelegt. Doch auch diesen Verlauf könnte Dänemark ablehnen, wenn es eine Beeinträchtigung seiner Sicherheitsbelange geltende macht.

A number of informed sources have reported that it is highly likely that Denmark will ask Nord Stream 2 to submit a third application to lay the pipeline between Poland and Bornholm, which will cause further delays. Denmark has long been opposed to the Russian gas company’s pipeline project. Danish opposition has already led to downtime and $114 million in unforeseen costs.

https://uawire.org/denmark-refuses-to-authorize-nord-stream-2

Nordstream 2 beschädigt den Zusammenhalt der EU-Mitgliedsstaaten

While it loves to rant about Trump’s disruptive and confrontational behaviour, the German government hardly behaves any differently when its interests are at stake.

Für das European Council on Foreign Relations treibt die Unterwasserpipeline “Nordstream 2” einen Keil zwischen die EU-Staaten, was zu heute noch nicht absehbaren Konsequenzen führen wird.

https://www.ecfr.eu/article/commentary_negative_energy_berlins_trumpian_turn_on_nord_stream_2

 

 

Deutsch-französische Misshelligkeiten um Nordstream 2

Während die Fertigstellung der umstrittenen Unterwasserpipeline “Nordstream 2” nunmehr Kurs auf die Zielgerade nimmt, werden von Deutschlands europäischen Nachbarn Einwände angemeldet.

Die baltischen Staaten, aber auch Polen und vor allem die Ukraine haben das Projekt, mit dem Deutschland jährlich 55 Milliarden Kubikmeter Gas – zusätzlich zu den bisher 51 Milliarden Kubikmetern, die durch “Nordstream 1” fließen – direkt aus Russland importieren will, mit großer Skepsis betrachtet, da es ihre Energie- und Sicherheitsinteressen beeinträchtigt.

Der Energieexperte Wojciech Jakóbik skizzierte gegenüber dem Verfasser die lagerübergreifend vorherrschende Position in Polen, indem er “Nordstream 2” als politische und ökonomische Bedrohung. In politischer Hinsicht führt sie zur Spaltung Europas und könnte zudem ein Erpressungspotential gegenüber der Ukraine bedeuten. Ökonomisch führt die Pipeline dazu, dass die Nachfrage aus einer dominierenden Quelle befriedigt wird, was den Markt verzerrt und ihm schadet.

Anfang Februar hat nun Frankreich Vorbehalte gegen das Projekt geltend gemacht. Die Regierung in Paris befürchte „strategische Probleme“.

Die Bedenken richten sich zum einen allgemein auf die Gefährdung der europäischen Sicherheitsarchitektur, weil sich Deutschland durch den Bau der Pipeline beim Bezug von Erdgas fast vollständig in russische Abhängigkeit begibt. Dies vor dem Hintergrund, dass aktuell nach dem Ausstieg aus der Kernkraft in naher Zukunft auch der Kohleausstieg beschlossen werden soll, so dass Gas neben den sog. „erneuerbaren Energien“ die Hauptenergiequelle in Deutschland werden wird.

Die Franzosen mahnten jedoch auch die Einhaltung der Vorgaben der EU-Gas-Richtlinie an, nach denen Gas-Lieferant und Pipelinebetreiber nicht identisch sein dürfen. Dies ist jedoch bei “Nordstream 2” bisher der Fall. Erdgas-Lieferant ist der russische Gasmonopolist Gazprom, eine Aktiengesellschaft, an der der russische Staat mehr als 50 % der Anteile hält. Pipelinebetreiber ist die in der Schweiz ansässige Nord Stream 2 AG, deren Vorsitzender des Verwaltungsrats Bundeskanzler a.D. Gerhard Schröder ist, bestand zu Beginn des Projekts aus ursprünglich sechs Investoren: neben Gazprom das französische Energie-Unternehmen Engie, die BASF-Tochtergesellschaft Wintershall, die E.ON-Abspaltung Uniper, der österreichische Energie-Konzern OMV und die niederländische Royal Dutch Shell. Gazprom hielt 50 % der Anteile, die anderen Investoren jeweils 10 %.

Zwischenzeitlich ist jedoch die Projektgesellschaft Nord Stream 2 AG vollständig in den Händen des russischen Gas-Riesen Gazprom. Die Tochtergesellschaft „Gazprom Gerosgaz Holdings“mit Sitz in den Niederlanden hält alle Anteile an der Projektgesellschaft.

Nach zweitägigen Verhandlungen haben Frankreich und Deutschland einen Kompromiss erzielt, über dessen Details bisher nichts Konkretes bekannt ist.

Auch außereuropäische Kenner des Energiemarkts sehen das Projekt kritisch. Die amerikanische Energieexpertin Agnia Grigas sagte dem Verfasser, dass die Logik hinter Nordstream 2 ein jahrzehntealtes Denken repräsentiere, flankiert von mächtigen Lobbyinteressen der russischen Energiestaatskonzerne.

Angesichts der großen Veränderungen auf den globalen Energiemärkten und den geopolitischen Konstellationen folgten die Entscheidungen Deutschlands keiner konsequenten Logik. Es sei fahrlässig, dass Deutschland, als einem der größten Gasimporteure, noch kein LNG-Terminal habe und nicht nach Bezugsquellen für Gas auf dem globalen Markt suche und sich stattdessen durch den Bau langfristiger Pipelinearchitektur für Jahrzehnte an Russland binde.

Gewiss bleibe Pipelinegas aus Russland eine bedeutende Quelle für Europa, aber weder ist es die einzige Quelle, noch sollte sie es sein.

Möglicherweise ist das geplante LNG-Terminal im schleswig-holsteinischen Brunsbüttel zum Import von verflüssigtem Erdgas (LNG) ein erster Anfang zur Diversifizierung der Bezugsquellen.

Deutschlands Gas-Dilemma

Der Zeitpunkt der Fertigstellung der Gaspipeline Nordstream 2, dessen Anteile zu 51 % derrussische Staatskonzern Gazprom hält, rückt näher.  Angesichts der aggressiven Außenpolitik Russlands stehen sowohl die deutsche Außenpolitik als auch die Energieversorgung Europas vor einem Dilemma. Für die Financial Times hat die Bundesregierung nur zwei Handlungsoptionen: sich an US-Sanktionen zu beteiligen oder dem EU-Wettbewerbsrecht Geltund zu verschaffen.

Näheres in diesem Artikel.

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Unerwünschte Nebenwirkung der Energiepolitik: Deutschland verkauft Strom an Nachbarländer – und zahlt bei dem Geschäft zusätzlich Geld. Die Politik ist beunruhigt.

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Quelle: Trump und Putin: Beim Thema Gas droht schwerer Konflikt – WELT